Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Die Welt der Mobilität ändert sich rasant – gerade in den großen Städten: Umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad und ÖPNV gewinnen an Bedeutung, unterschiedliche Verkehrsmittel sollen flexibler eingesetzt und geteilt werden. Und dann gib es noch die immer stärker zunehmende Digitalisierung.

  • Werden wir uns in 30 oder gar 50 Jahren grundsätzlich anders in unseren Städten fortbewegen?

Sechs unterschiedlichen Zukunftstypen werden diskutiert.

  1. Weiter so: Optimierung des Bestehenden
  2. Vernetzung: Implementierung eines neuen Systems
  3. Verdichtung: Innovation durch Konkurrenz
  4. Entschleunigung: Energieeinsparung durch Verzicht
  5. Virtualisierung: Entmaterialisierung durch Digitalisierung
  6. Cradle-to-Cradle: Effizienzsteigerung durch Kreislaufwirtschaft

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Gerd Reesas

     plan-werkStadt

     büro für stadtplanung und beratung

     Schlachte 1 / Erste Schlachtpforte

     D-28195 Bremen

     Tel. +49 – (0)421 – 50 62 48

     Fax  +49 – (0)421 – 50 62 58

     eMail reesas@plan-werkstadt.de

     http://www.plan-werkstadt.de

 

 

Dazu gab es vier Vorträge:

  1. Mobilität der Zukunft (Eva Schweitzer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumentwicklung)

Es wurde als erstes Beispiel Kopenhagen dargestellt, obwohl der Chefplaner Prof für Urbanistik Design Jan Gehl z.B. zum Thema „Smart City“ wie auch viele namhafte Stadtplaner immer wieder betont:

(Smart City ist) Humbug. Lauter Gimmicks, die dazu dienen, mehr zu verkaufen. Städte werden davon nicht besser oder lebenswerter. Die Stadt der Zukunft sollte wie Venedig sein. Das ist eine Stadt, die wirklich auf die Bedürfnisse von Fußgängern ausgerichtet ist. (TAZ 09,05.2017)

Dies ist bezeichnend für alle Vorträge. Kritik an „Smart Cities“ und deren reine gewinnorientierten Maximen wird nicht einmal erwähnt.

Helsinki
plant und hat verschiedene sehr kleine Pilotprojekte. Interessant wäre es zu erfahren, ob die optimierte multimodale Tür-zu Tür-Modalkette a) von den Bürger angenommen wird und b) wie viel mehr dies als der heutige ÖPNV kostet.

Bestellungen und Bezahlen mit dem Mobiltelefon ist nicht neu – allerdings angesichts der massiv zunehmenden kriminellen Angriffe wäre es interessant wie Schaden vermieden werden kann.

Wien
Sehr interessant ist das Projektprojekt „Smile“ aus Wien, das aber schon längst eingestellt ist und durch viele andere Apps de facto ersetzt wurde wie z.B. WienMobil LAB, Hier liegen auf Kosten und Preise vor, die sehr interessant sind. (https://play.google.com/store/search?q=wiener%20linien%20app&c=apps, https://play.google.com/store/apps/details?id=at.wienerlinien.wienmobillab )

Hamburg
Die Smart Port Elements in Hamburg sind ebenfalls nicht sonderlich neu.

  1. Autonomes Fahrern- Wirkung auf Mobilität, Verkehr und Infrastruktur (Dirk Heinrichs vom DLR Institut für Verkehrsforschung)

Herr Heinrichs stellt die üblichen Definitionen der Autonomisierung in den bekannten 5 Stufen („Hands on“ bis „brain off“) sowie aktuelle Modelversuche in Deutschland und der Schweiz (Postbus in Sion mit einer Geschwindigkeit von 10km /h). Bei seinen Wirkungen fehlen die Antworten auf Datenschutz (Sicherheit und Privacy), der Energieversorgung und vor allem mit welchen nicht vorhandenen Materialien diese Autos und ihre Infrastruktur (Beispiel Kupfer) gebaut werden sollen. Von der Problematik der Vigilanz und des Mischverkehrs ganz zu schweigen. Behauptet wird dagegen eine Kostenreduzierung im Taxi- und ÖV-Betrieb sowie eine Zunahme der Fahrzeugkilometer (noch mehr Staus?). Allerdings nur 33% der Deutschen fänden es attraktiv die Fahrzeit für andere Dinge nutzen zu können.

Die so genannte Wirkung 2. Ordnung Fahrzeugbesitz / Teilen, Parken hat eigentlich mit dem autonomen Auto nichts zu tun. Denn das könnte doch heute schon realisiert werden. Heinrichs weist korrekt daraufhin, dass das Thema Land noch nicht untersucht ist und völlig unklar sei wie sich das autonome Auto auf Besitz, Standort etc. auswirken wird.

  1. Individuelle Luftverkehr in Städten (Torsten Fleischer vom Karlsruher Institut für Technologie KIT und dem Institute for Technology Assessment an System Analysis ITAS)

Herr Fleischer betont, dass selbst wenn es einsetzbare Fluggeräte gäbe, braucht es ein „funktionales soziotechnisches (Teil-)System. Dazu gehört auch die Infrastruktur, mit der sich die Entwickler noch nicht beschäftigt haben. 90% der Pendlerwege sind > als 25 km . Ist dies ein echtes Potenzial? Er weist auf viele prinzipiell ungelöste Fragen hin und sieht in dem Fluggerät als „Sportgerät“ eventuell eine Zukunft.

  1. Zukunftsthemen im ÖPNV und Mobilität (Prof. Heidi Krömke, TU Ilmenau und VDV)

Prof. Krömer definiert als Projektziel:

Mobilitätsdienstleistungen müssen individueller und flexibler werden, um den Erwartungen zu entsprechen und eine effiziente und effektive Integration der flexiblen Mobilitätsdienstleistung in das bestehende öffentliche Angebot.

DYNAPS (Dynamisches Agendaplanungssystem), das System organisiert die optimale Route mit der Abfolge der Termine und Aufgaben (Agenda). Der Nutzer plant ausschließlich seine Aufgaben und Termine im Alltag. Es wurden Test und Use Cases erarbeitet und durchgeführt. Zu den zukunftsweisenden Konzepten gehört eine Intermodale Haltestelle, die integriert in das Umfeld und ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit allen lokalen Mobilitätsanbietern sein sollte.

 

 

Fazit

Erwähnt wird das „Smart Ticketing“ im Vortrag 1 als all-in-one-Ticket für den multimodalen Mix ohne zu hinterfragen, ob dies der Bürger überhaupt will. Und wie dies in Konfliktfällen funktionieren soll.

Dies ist bezeichnend für das „Werkstattgespräch“, weder die Bürgerinteressen noch z.B. dies des ÖPNV und Taxi wurden je auch nur am Rande zum Beispiel beim Thema autonomes Auto (Vortrag 2) erwähnt.

Interessant wäre z.B. was unter „kritischer Infrastruktur“ (Ansätze dazu in Vortrag 3) gemeint ist, wer diese aufbaut und wer diese finanziert und letztendlich wartet.

Vortrag 4 weist ebenfalls nicht auf die Rahmenbedingungen (Stadtplanung etc.) hin. Die neuen Haltestellen sind sicherlich eine mögliche Komponente, während Mobilitäts-Centren sämtliche zukunftsorientierte Themen abdecken.

 

Veranstaltungen
  • 04.07.2017 @ 09:30 |
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  • 29.11.2017 |
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